Strukturwandel der Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Johannes Gemkow und Sonja Ganguin  | 2024

Der derzeitige Strukturwandel der Öffentlichkeit stellt klassische Massenmedien in Deutschland vor eine Identitätsfrage. Zwar belegen aktuelle Studien zur Nachrichtennutzung, dass professioneller Journalismus höchste Vertrauenswerte genießt,1 jedoch gewinnen unter den dynamischen Bedingungen ökonomischer Plattformlogik auch weitere Akteure an Bedeutung. Für die Kohäsionsforschung gelten massenmediale Institutionen als ein Garant für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieser Beitrag stellt die Frage, inwieweit kommunikationswissenschaftliche Theorien, Konzepte und Evidenzen Antworten zur Rolle des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Kontext des Strukturwandels von Öffentlichkeit aufgreifen. Dazu diskutiert der Beitrag den Wandel von Öffentlichkeit im Kontext des semantischen Wandels von Zusammenhalt. Im ersten Teil werden die Funktionen der modernen Öffentlichkeit und deren Bezug zum Zusammenhaltsbegriff diskutiert. Im zweiten Teil werden aktuelle Logiken und Konzepte digitaler Öffentlichkeit mit dem dazugehörigen Zusammenhaltsbegriff erörtert. Dabei wird aufgezeigt, dass digitale Öffentlichkeiten kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen verändern, da institutionelle Verankerungen von Öffentlichkeit infrage gestellt werden. In den Fokus geraten nun Praktiken der Herstellung von Öffentlichkeit auf partizipativer, sozioökonomischer und kognitiver Ebene, die einer medienkritischen Betrachtung bedürfen.

Erscheinungsdatum
10.04.2024
Sprache
Deutsch
Reihe
FGZ Schriftenreihe
Empfohlene Zitierweise
Gemkow, Johannes und Sonja Ganguin. 2024. Strukturwandel der Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. In: Varianzen des Zusammenhalts Historisch und transregional vergleichende Perspektiven, hg. von Matthias Middell, 313–336. 1. Auflage. Gesellschaftlicher Zusammenhalt 3. Frankfurt: Campus.

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Mediennutzungsstrategien und -kompetenzen. Wege zur Teilhabe an der digitalen Gesellschaft?
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