Die epistemische Krise am Beispiel der AfD und die Verantwortung der Medienpädagogik
Johannes Gemkow | 2025
Die Digitalität transformiert unsere Gesellschaft. Diese Transformation, deren Zeugen neue Praktiken, Subjektivierungsweisen, Vergemeinschaftungen oder Machtkonzentrationen sind, ist schon lange keine digitale Transformation mehr. Im Sinne der Postdigitalität beeinflussen digitale Technologien nicht nur Handlungsweisen oder Organisationsformen, sondern auch kulturelle Normen und politische Stabilität. In jenem Zwischenspiel von Kultur und Politik ergeben sich folglich neue Formen der Aushandlung. Diese haben die Eigentümlichkeit, dass sie im Korridor von Desinformation und Populismus auf der einen und vermachteten Kommunikationsräumen auf der anderen Seite eine neue Form der Öffentlichkeit etablieren. Wenn die Krise der Repräsentation geschwächte demokratische Institutionen erreicht, werden Deliberation und rationaler Diskurs zu Idealisierungen ohne Unterbau.
Dieser Beitrag diskutiert die epistemische Krise als gesellschaftliches Krisensymptom am Beispiel der medialen Positionierungen (Inszenierung und Medienpolitik) der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Darauf aufbauend werden zentrale Merkmale der epistemischen Krise aus Sicht von Medialität und Digitalität diskutiert um zu zeigen, wie sich die Medienpädagogik dazu verhalten kann.
