Zusammenhalten in der Einwanderungsgesellschaft
Ines Grau | 2025
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Migration untersucht der Beitrag auf Grundlage einer Feldstudie, wie sich lokale Netzwerke verschiedener Akteur:innen in den letzten zehn Jahren in den Kommunen gebildet haben und zusammen inkludierende solidarische Praktiken entwickelten, um geflüchtete Menschen willkommen zu heißen und ihnen erste Integrationschancen zu eröffnen. Diese milieuübergreifenden Bündnisse trugen maßgeblich mit dazu bei, soziale Spannungen in den
Kommunen zu entschärfen. Im ersten Teil des Beitrags wird zunächst das Konzept des gesellschaftlichen Zusammenhalts problematisiert, um dann im Weiteren auf Fluchtbewegungen in die Bundesrepublik in den letzten zehn Jahren einzugehen und Umgangsweisen in den Kommu-
nen näher zu untersuchen. Dabei wird eigenes empirisches Material aus einer Feldforschung in zwei Kommunen aufgezeigt und vor diesem Hintergrund das lokale Netzwerk zentraler Akteur:innen der
flüchtlingssolidarischen Arbeit nachgezeichnet. Anschließend werden konflikthafte Situationen untersucht und dahingehend analysiert, inwieweit es gelang, Eskalationspotentiale zu entschärfen und zu befrieden. Auf dieser Argumentation aufbauend werden abschließend allgemeine Rückschlüs-
se hinsichtlich präventiver Maßnahmen für den gesellschaftlichen Frieden im Kontext von Flucht und Migration skizziert.
