

Der Beitrag verbindet georeferenzierte Umfragedaten des FGZ-Regionalpanels für die Landeshauptstadt Magdeburg mit kommunalstatistischen Daten, um den Effekt von Zusammenhaltsempfinden in Stadtteilen auf das Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2021 zu untersuchen. Entsprechend der soziologischen Forschungsliteratur wird hier von einem positiven Zusammenhang zwischen Zusammenhalt auf Wahlbeteiligung bzw. für geringere Stimmenanteile für eine autoritäre nationalradikale Partei wie die Alternative für Deutschland (AfD) ausgegangen. Zugleich wird in der politischen Geografie auf verschiedene Formen der Peripherisierung sowie den Zusammenhang zwischen sozialräumlichen Marginalisierungen und der Wahl für die AfD hingewiesen. Dieses Bild des Zuspruchs für die AfD in »sozial schwachen« Stadtteilen wird kontrastiert durch die Befunde zur anomischen Provinzialisierung, wonach es vielmehr die mittelklassigen Suburbs mit ihrer Kombination aus hoher Homogenität und geringer Integration sind, die den Aufstieg rechtsradikaler Politiken tragen. Unser Beitrag prüft diese Thesen mit den Daten des FGZ-Regionalpanels zum gesellschaftlichen Zusammenhalt (n = 2,016) gemeinsam mit offiziellen Statistiken der Stadt zu Strukturmerkmalen (Demographie, Arbeitslosigkeit, Wanderung, Bebauung etc.) auf Stadtteilebene.