Migration, Integration und Zusammenhalt: Zur (Wieder-)Verhandlung gesellschaftlicher Zugehörigkeitsdiskursen in Zeiten der ‚Disruption'

Podiumsdiskussion zur FGZ-Jahreskonferenz 2025 mit Tarik Abou-Chadi (Universität Oxford), Patrick Bahners (FAZ), Karim El-Helaifi (neue deutsche organisationen, FGZ-Praxisrat), Winfried Kluth (FGZ Halle), Meri Uhlig (Integrationsbeauftragte Stadt Karlsruhe) und Kathrin Leipold (FGZ Konstanz, Moderation)

Zehn Jahre nach dem bekannten „Wir schaffen das!“ (August 2015) hat sich die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Migration tiefgreifend gewandelt. Der öffentliche Diskurs ist durch migrationspolitische Weichenstellungen geprägt, die Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und Teilhabe erneut aufwerfen und ihnen eine exklusiv-kommunitäre Stoßrichtung geben. Migration wird längst nicht mehr nur als demografische oder arbeitsmarktpolitische Herausforderung verhandelt, sondern dient auch als eine diskursive Arena, in der umfassendere gesellschaftliche Selbstverständigungskonflikte ausgetragen werden. Diese Auseinandersetzungen sind Ausdruck eines Ringens um Deutungshoheit in der Migrationsgesellschaft, in dem Zugehörigkeiten politisiert und neu verhandelt werden. Doch was bedeutet dies für den demokratischen Zusammenhalt? Wie haben die gesellschaftlichen Disruptionen der letzten Dekade die Wahrnehmung von Migration verändert und welche Effekte hat diese neue Politisierung von Migration? Und welche Verantwortung tragen Wissenschaft, Politik, Medien und Zivilgesellschaft für die Gestaltung eines inklusiven gesellschaftlichen Selbstverständnisses? Die Podiumsdiskussion widmet sich diesen Fragen und verfolgt das Ziel, nicht nur die gegenwärtigen Spaltungen und Konfliktlinien in der Migrationspolitik zu analysieren, sondern gleichsam Wege für eine demokratische Aushandlung von Zugehörigkeit in einer postmigrantischen Gesellschaft aufzuzeigen.

» zurück