Wohin driftet die Mitte? Zusammenhalt und Polarisierung im Spiegel von Bevölkerungsumfragen

Panel zur FGZ-Jahreskonferenz 2025 mit Oliver Decker (FGZ Leipzig), Jean-Yves Gerlitz (FDZ Bremen), Olaf Groh-Samberg (FGZ Bremen), Maik Herold (TU Dresden, MIDEM), Nils Teichler (FDZ Bremen), Nhat An Trinh (Oxford Institute of Social Policy) und Rebecca C. Schmidt (Geschäftsführerin FGZ, Moderation)

Wie in vielen westlichen Gesellschaften wird auch in Deutschland seit einiger Zeit intensiv über die Polarisierung der Gesellschaft diskutiert. Im Zentrum steht die These einer neuen Spaltungslinie („Cleavage“) zwischen einem ausgeprägt kosmopolitischen und einem erstarkenden rechtspopulistischen Milieu. Empirische Studien zeigen jedoch, dass sich der Großteil der Bevölkerung nicht konsistent in diese beiden Einstellungslager sortieren lässt, aber die politische „Mitte“ der Gesellschaft über die letzten Jahre zunächst zunehmend als Unterstützerin liberaler und universalistischer Werte aufgetreten ist. Offen bleibt, wie sich die Einstellungen unter dem Eindruck der Polykrise der frühen 2020er Jahre und der fortschreitenden Normalisierung der AfD verändert haben. Vor diesem Hintergrund fragen wir im Abschlusspanel der FGZ-Jahreskonferenz nach den gesellschaftspolitischen Einstellungen der „Mitte“ und wie sich Zusammenhalt und Polarisierung im Spiegel von Bevölkerungsumfragen darstellen. Basierend auf kurzen Inputs aus ihren laufenden und geplanten Forschungen treten die Referent:innen des Panels in eine gemeinsame Diskussion mit den Teilnehmenden. Dabei werfen wir auch einen Blick nach vorn: Welche Potenziale für gesellschaftlichen Zusammenhalt lassen sich in einer Gegenwart global verflochtener Krisen erkennen?

» zurück