D_11 Öffentliche Meinung repräsentieren: Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz
Projekte
- Standorte:
- Frankfurt am Main, Konstanz
- Fachdisziplinen:
- Literaturwissenschaften , Kommunikations- und Medienwissenschaften , Politikwissenschaft
Abstract
Das Arbeitspaket untersucht, wie die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz die öffentliche Meinungsbildung verändert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI das Verhältnis von individueller Autonomie und öffentlicher Meinung beeinflusst und welche Akteure, politischen Vorstellungen und Gegenbewegungen dabei an Bedeutung gewinnen.
Die öffentliche Meinungsbildung findet vermehrt in digitalen sozialen Netzwerken statt. Das nährt die Sorge, dass dadurch die zusammenhaltsstiftende Perspektive verloren geht. Denn digitale Kommunikationen neigen zur Polarisierung. Im Hintergrund sind zudem Technologien wirksam, die auf kaum spürbare Weise Positionen gegeneinander aufbringen und das Meinungsspektrum verzerren können. Da Künstliche Intelligenz (KI) gegenwärtig populärer wird, scheint sich die Problematik zuzuspitzen.
Wie schon bei der Ausbreitung der Sozialen Medien stehen den pessimistischen Sichtweisen hoffnungsvolle Perspektiven entgegen. Bei „richtigem“ Einsatz könne KI eine zusammenhaltsfördernde Wirkung erzielen – beispielsweise indem sie in schwierigen Streitfragen sachlich moderiert oder indem sie dazu beiträgt, dass Behörden effizienter arbeiten. Die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen einer Verbreitung von KI sind demnach mehrdeutig.
Aus kulturgeschichtlicher Perspektive stellt die digitale Transformation allerdings den vorläufigen Endpunkt einer längeren Entwicklungslinie dar. Diese führt vom small data universe früherer Zeiten in eine Welt, in der die Erhebung, Archivierung und Abrufbarkeit immer größerer Datenmengen möglich geworden ist. Das fordert nicht nur die Selbstbestimmtheit des Menschen heraus. Es stellt auch die öffentliche Meinungsbildung vor grundlegende Schwierigkeiten.
Leitfragen des Arbeitspakets
Das Arbeitspaket setzt die Mehrdeutigkeit von KI und ihre kulturgeschichtliche Entwicklung ins Verhältnis. Wir fragen, in welcher Weise die Popularisierung von KI die Verbindung von subjektiver Autonomie und öffentlicher Meinung unterläuft und welche Gegendynamiken sich beobachten lassen, die den weiteren Verlauf mitprägen: Welche Akteure sind für die Repräsentation öffentlicher Meinung zentral, welche verlieren an Bedeutung und welche gewinnen an Einfluss? Welche politischen Vorstellungen und Programme werden dabei dominant?
(Wird bald ergänzt)
Principal Investigators
- FGZ Konstanz
Dr. Steffen Krämer
Principal Investigator, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Mitglied im Datenausschuss - FGZ Frankfurt am Main
PD Dr. Taylan Yildiz
Forschungskoordinator, Mitglied der Strategiekommission, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Laufzeit, Themen- und Forschungsfelder
Laufzeit:
09/2026 – 05/2029


