Warum reden seit einigen Jahren alle vom gesellschaftlichen Zusammenhalt? Ob in politischen Parteien, Regierungen oder Medien – gesellschaftlicher Zusammenhalt wird beschworen als Heilmittel in der Krise, wird gefordert als Ziel politischen Handelns, er gilt als Gegenmodell zur befürchteten Spaltung, zum Zerfall aller Ordnung. Doch was ist eigentlich gemeint, wenn von gesellschaftlichem Zusammenhalt die Rede ist? Wer kann, soll, darf wen wie warum zusammenhalten? Können Gesellschaften als Ganze überhaupt zusammenhalten? Und wozu? Oder anders gefragt: Wer benötigt ihn, wer kann darauf verzichten? Was gefährdet, was fördert ihn? Wo soll es ihn geben, wo lieber nicht, oder kann es ein Zuviel an Zusammenhalt geben? Ist Zusammenhalt ein neuer Leitwert der Vergesellschaftung? Und wenn ja, ist er eher Kitt oder Korsett, eher Ressource oder Ballast?
Die FGZ-Essayreihe begnügt sich nicht mit wissenschaftlicher Selbstverständigung. Sie gibt essayistischen Interventionen Raum, die diesen Fragen auf solidem wissenschaftlichen Fundament, aber frei in der Form und mit Mut zur Kontroverse kritisch nachgehen. Dazu versammelt sie Impulse und Debatten aus dem FGZ und dessen Umfeld zu relevanten, aktuellen und brisanten Themen aus allen Teilbereichen des schillernden Phänomens Zusammenhalt: über Solidarität und Polarisierung, Vielfalt und Ausgrenzung, über Kulturkämpfe, ökonomische Ungleichheit, Moral und Politik.
Die Reihe „Kontroversen des Zusammenhalts“ erscheint im Beltz Verlag. Die ersten Bände sind für Anfang 2027 geplant.






