Veranstaltung
- Datum
- Donnerstag, 26. November 2026, 11:30-19:30 UhrFreitag, 27. November 2026, 09:00-14:00 Uhr
- Teilnahme
- Nur auf Einladung oder individuelle Anmeldung an wisskomm@fgz-risc.de
- Zielgruppen
- Mitarbeiter:innen politischer Institutionen und VerwaltungenZivilgesellschaftliche MultiplikatorenMultiplikatoren der (politischen) BildungPolitische Entscheidungsträger:innenInteressensvertreter:innen (Politik und Wirtschaft)
- Schlagworte
- Demokratie, Engagement, Partizipation/Teilhabe
Bridging the Gap: Wie werden wissenschaftliche Erkenntnisse politisch wirksam für demokratischen Zusammenhalt?
Seit einigen Jahren erleben wir, dass globale und gesellschaftliche Krisen zunehmen und sich gegenseitig verstärken. Sie erfordern schnelles Handeln und drohen demokratische Prozesse zu überfordern. Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft ringen um wirksame Antworten bei begrenzten Ressourcen und hohem Erwartungsdruck. Am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt untersuchen wir, wie sich all diese aktuellen Herausforderungen auf den Zusammenhalt auswirken. Mit diesem Wissen möchten wir mit Akteur:innen in Austausch treten, die sich für die Stärkung des demokratischen Zusammenhalts einsetzen.
Mit dem WissKomm-Festival bringt das FGZ gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem Mercator Science Policy Fellowship Programm, Wissenschaftler:innen, Kommunikator:innen, Mitarbeitende politischer Institutionen und Verwaltungen sowie zivilgesellschaftliche Akteur:innen zusammen. In umsetzungs- und lösungsorientierten Formaten werden wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen verschränkt: für mehr strategische Klarheit, bessere Beziehungsarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis und eine belastbare wissenschaftliche Fundierung.
Unter dem Titel „Bridging the Gap“ rückt das WissKomm‑Festival genau jene Lücke in den Mittelpunkt, die zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Umsetzung, zwischen Forschung, Politik und zivilgesellschaftlichem Handeln besteht – und lädt dazu ein, sie durch besseres Zusammenwirken ein Stück kleiner zu machen.
Organisiert wird das WissKomm-Festival vom zentralen WissKomm-Team des FGZ. Bei Fragen zur Veranstaltung melden Sie sich gern per E-Mail an wisskomm@fgz-risc.de.
Programm Donnerstag, 26. November
Parallel zu den Programmpunkten finden Sie den ganzen Tag über eine Ausstellungsfläche im Giebelsaal des Haus am Dom, u.a. mit einer Bibliotheksecke, Hörstation und Mini-Kino.
11:30 Eröffnung
Wir stehen vor riesigen Herausforderungen und nur gemeinsame Kraftanstrengungen werden hier weiterhelfen. Dies betrifft nicht nur „die Gesellschaft“, „die Anderen“, sondern auch uns. Uns, die Wissenschaftler:innen. Uns, die Akteur:innen der Zivilgesellschaft. Uns, die Mitarbeitenden im politischen Betrieb.
Helfen Sie uns dabei, besser zu verstehen, wie wir zusammenwirken können. Wer hat welche Rolle? Wer trägt welche Verantwortung? Wer verfügt über welches Wissen? Was erwarten und was brauchen wir voneinander? Nur wenn hier für uns alle Klarheit herrscht, gelingt das gemeinsame Eintreten für evidenzbasierte, gemeinwohlorientierte demokratische Politik.
Das WissKomm-Festival startet mit einem World Café, in dem diese Fragen in Kleingruppen verhandelt werden. Jede Gruppe betrachtet ein bis zwei Ausschnitte dieses Beziehungsgeflechts und erarbeitet Rollenprofile und Abhängigkeiten. Die Ergebnisse werden nach dem World Café vom WissKomm-Team des FGZ gesammelt und als konsolidierte Mind Map zum Abschluss der Tagung präsentiert. Dort können die Teilnehmenden dann ihre Erfahrungen aus den 2 Konferenztagen nochmal einbringen und Details nachjustiert werden.
Bringen Sie Ihre Perspektive ein – Ihr Beitrag fließt direkt in das zentrale, anschließend veröffentlichte Tagungsergebnis ein!
Mit: Tome Sandevski (Koordinator Mercator Science-Policy-Fellowship-Programm), Sarah Ketterer, Sarah Lempp, Katja Maasch, Manuel Steinert, Kristin Voigtländer (alle WissKomm-Team des FGZ)
13:00 – 14:00 Mittagspause
Wissenschaft und Praxis sollen heute vielerorts eng zusammenarbeiten: Forschung soll gesellschaftlich relevant sein, Praxiswissen einbeziehen und Transfer nicht nur als Vermittlung, sondern als gemeinsame Wissensproduktion gestalten. Gerade in transfer- und anwendungsorientierten Kontexten zeigt sich jedoch, dass diese Zusammenarbeit alles andere als selbstverständlich ist. Unterschiedliche Arbeitslogiken, ungleiche Entscheidungsspielräume, implizite Wissenshierarchien und wechselseitige Erwartungen machen das Verhältnis oft zugleich produktiv und anstrengend.
Der Workshop nimmt diese Spannung zum Ausgangspunkt und fragt, wie Grenz(be-)ziehungen zwischen Wissenschaft und Praxis so gestaltet werden können, dass Zusammenarbeit erkenntnisreich wird, ohne in Rollenkonflikte, falsche Erwartungen oder verdeckte Hierarchien zu kippen. Im Zentrum stehen damit nicht nur die Chancen von Transfer, sondern auch seine Bedingungen, Grenzen und Risiken.
Kathrin Leipold eröffnet den Workshop mit einer Perspektive auf Transfer als Wissensbeziehung. Anja Mutschler baut darauf auf und fragt, unter welchen Bedingungen solche Beziehungen produktiv bleiben – und wann Systematisierung der ehrlichere Modus ist. So werden relationale, machtsensible und vertrauensbasierte Zugänge zu Transfer mit der Frage verbunden, wo Vermengung zum Hochrisiko‑Setting wird und welche Formen grenzbewusster Zusammenarbeit tragfähig sein können.
Im anschließenden Workshopteil arbeiten die Teilnehmenden an konkreten Grenzfällen aus Forschungs‑, Transfer- und Projektpraxis. Gemeinsam wird diskutiert, wann Nähe zwischen Wissenschaft und Praxis produktiv ist, welche Grenzen sichtbar bleiben sollten und welche vermittelnden Strukturen, Rollen oder Regeln helfen können, Zusammenarbeit tragfähig zu gestalten.
Mit: Kathrin Leipold (FGZ Konstanz), Anja Mutschler (FGZ Halle)
Thema dieses Policy Labs ist das Arbeitspaket „Zusammenhalt als lokale Machtfrage“ der FGZ Standorte Göttingen, Konstanz und Leipzig. Im Mittelpunkt der Forschungen steht die Frage, wie gesellschaftliche Probleme auf kommunalpolitischer Ebene bearbeitet und ausgehandelt werden. Begrenzte finanzielle Spielräume und sich wandelnde politische Mehrheitsverhältnisse verändern, wie kompromiss- und lösungsorientiert Gremien noch arbeiten können. Anhand des Fallbeispiels der Gemeinde Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) fragen wir, wer jenseits formaler Zuständigkeiten tatsächliche Gestaltungsmacht besitzt und wie Kommunen handlungsfähig bleiben und Entscheidungen für die langfristige Zukunft treffen können.
In den Policy Labs wird jeweils ein laufendes Forschungsprojekt des FGZ vorgestellt und anschließend mit Praktiker:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutiert. Gemeinsam prüfen wir, wo sich Forschungsfragen und Praxisbedarfe überlappen – und wo Forschungsdesigns oder Fragestellungen so angepasst werden könnten, dass sie politisch noch relevanter und handlungsnäher werden.
Mit: Sarah Herbst, Maike Reinhold (beide FGZ Göttingen), Moderation: Heike List (Wissenschaftsmanagerin FGZ)
Ob Lockdowns, Impfpflicht, Veggieday, inklusive Sprache oder Tempolimit: Wissenschaftliche Handlungsempfehlungen werden zunehmend zum Gegenstand polarisierender Debatten. Wie weit können und sollen Forschende bei der Formulierung von Empfehlungen gehen? Was macht gute Handlungsempfehlungen aus? Welche Rolle spielen dabei Werte, Zielgruppen und politische Kontexte?
Anhand von Roger Pielkes Konzept des „Honest Broker" diskutieren wir verschiedene Rollenverständnisse von Forschenden in der Politikberatung. In praxisorientierten Kleingruppenübungen erproben die Teilnehmenden die Formulierung evidenzbasierter Handlungsempfehlungen und entwickeln gemeinsam einen Kriterienkatalog für deren Qualität sowie deren Vermittlung in der eigenen Forschungspraxis.
Mit: Tome Sandevski (Koordinator Mercator Science-Policy-Fellowship-Programm)
(Dauer: 3 Stunden!)
In dieser intensiven 3-stündigen Erfahrung begibst du dich in ein fiktives, leerstehendes Bergdorf und gründest mit deinen Mitspieler:innen eine brandneue Gesellschaft. Dabei müsst ihr miteinander politische Grundfragen klären: Welche Herrschaftsform wollt ihr in eurem Dorf haben? Wie sollen die Güter verteilt sein? Welche Rolle nimmst du konkret ein? Lässt du dich zum Bürgermeister wählen oder putschst du dich gar nach oben? Spielerisch entdeckst du dabei deine eigenen politischen Werte. Doch die Dorfgründungssimulation ist mehr als nur ein Spiel. Sie ist ein hochkontroverser, simulativer Handlungsraum, der besonders darauf abzielt, Konfliktlösungs-, Aushandlungs- und Urteilskompetenzen zu fördern.
Im Rahmen des Transferfestivals haben Teilnehmer:innen die Chance, das normalerweise 25-stündige soziale Experiment, das bundesweit im Politikunterricht von der 8. bis zur 13. Klasse genutzt wird, persönlich auszutesten und praktische Politik live zu erleben.
Mit: Andreas Petrik (FGZ Halle)
15:30 – 16:00 Kaffeepause
Kaum ein Anspruch der Wissenschaftskommunikation ist so ambitioniert und zugleich so schwer einzulösen wie der, die Demokratie zu stärken. Ein zentraler Ansatzpunkt kann die Förderung politischer Urteilsfähigkeit sein – die Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Fragen informiert, reflektiert und unter Einbezug möglichst vieler Standpunkte zu beurteilen. Doch wie lässt sich Urteilsvermögen wirksam vermitteln? Und wie kann überprüft werden, ob Bildungsmaßnahmen tatsächlich die politische Urteilsfähigkeit einer Zielgruppe verändern? Welche Rolle nimmt dabei die Wissenschaft ein – und welche Rolle Organisationen der politischen Bildung?
Der Workshop zeigt, wie Formate der Wissenschaftskommunikation einen konkreten Beitrag zur politischen Bildung leisten. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in theoretische Grundlagen und praktische Methoden der Urteilsbildung, lernen Ansätze zur Impactmessung politischer Bildungsformate kennen und analysieren anhand zweier Best Practice Projekte die Potenziale und Grenzen aktueller Formate.
Mit: Dr. Johannes Schmoldt (Universität Erfurt), Julia Panzer & Vincent Schmid-Loertzer(Impact Unit), Paul Naudascher (Hallo Bundestag), Tom Göhring (FGZ Halle)
Thema dieses Policy Labs ist der dritte Zusammenhaltsbericht des FGZ, der im Herbst 2027 veröffentlicht wird. Im Fokus des Berichts wird die Frage stehen, wie sich der demokratische Zusammenhalt in Deutschland zwischen 2021 und 2025 entwickelt hat. Durch den Vergleich von Daten mehrfach befragter Personen (8.000) werden wir zudem Rückschlüsse ziehen können, welche gesellschaftlichen Gruppen die beobachteten Einstellungsverschiebungen maßgeblich getragen haben. Uns interessiert, welche Fragen Praxisakteur:innen an diese für Deutschland einzigartige Datenbasis stellen würden und worüber sie sich Aufschluss erhoffen.
In den Policy Labs wird jeweils ein laufendes Forschungsprojekt des FGZ vorgestellt und anschließend mit Praktiker:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutiert. Gemeinsam prüfen wir, wo sich Forschungsfragen und Praxisbedarfe überlappen – und wo Forschungsdesigns oder Fragestellungen so angepasst werden könnten, dass sie politisch noch relevanter und handlungsnäher werden.
Mit: Olaf Groh-Samberg (Direktor FGZ), Jean-Yves Gerlitz (Koordinator Forschungsdatenzentrum), Moderation: Heike List (Wissenschaftsmanagerin FGZ)
Komplexe Befunde brauchen klare Bilder. Der Workshop zeigt, wie aus voraussetzungsreichen Forschungsdiagrammen zielgruppengerechte, verständliche Visualisierungen werden, die bereits auf den ersten Blick erfasst werden können. Die Teilnehmenden lernen, wie sie die Bedarfe ihrer Zielgruppe herausfinden, entsprechende Informationshierarchien und Kernbotschaften herausarbeiten sowie geeignete Visualisierungsformate und Tools auswählen können. Ziel ist eine praxisnahe Einführung in die Prinzipien verständlicher Datenkommunikation.
Mit: Alexander Julian Victor (UX-Designer)
17:30 – 18:30 Abendessen
Nach einem intensiven Tag voller Diskurse und Rollenkonflikte ist es Zeit, den intellektuellen Feierabend einzuläuten! In unserem großen FGZ-Quiz tauchen wir ein in kleine und große FGZ-WissKomm-Highlights der letzten zwei Jahre. Wer immer aufmerksam alle Newsletter und Publikationen des FGZ verfolgt hat, hat hier gute Chancen, den geheimen Hauptgewinn abzusahnen.
Programm Freitag, 27. November
Parallel zu den Programmpunkten finden Sie den ganzen Tag über eine Ausstellungsfläche im Giebelsaal des Haus am Dom, u.a. mit einer Bibliotheksecke, Hörstation und Mini-Kino.
„Willkommen im Jahr 2035 auf der Insel Tarenholm. Die Klimakrise hat zerstörerische Spuren hinterlassen... Nun liegt das Schicksal der Insel in Ihren Händen!“
In diesem Slot laden wir Sie ein, unser neues Escape Game „Debate to Survive“ zu spielen. Das interaktive Format macht die komplexen Herausforderungen demokratischer Entscheidungsfindung emotional erlebbar: Unter enormem Zeitdruck schlüpfen Sie in die Rolle einer fiktiven Regierung und müssen fünf weitreichende Entscheidungen treffen, um Ihren Staat vor Klimafolgen zu retten. Dabei gilt es, die gegensätzlichen Erwartungen von vier Interessengruppen auszubalancieren. Schaffen Sie das nicht, bröckelt der gesellschaftliche Zusammenhalt, Ihre Regierung stürzt und die Insel versinkt im Chaos.
Im Anschluss an das Spielerlebnis folgt eine gemeinsame Auswertung. Wir reflektieren das Erlebte auf einer Meta-Ebene: Wie geht man mit gesellschaftlichen Zielkonflikten um – etwa dem unaufhaltsamen Klimawandel auf der einen und konträren Interessen der Bevölkerung auf der anderen Seite? Wie lassen sich in der Krise unter enormem Zeitdruck demokratisch legitimierte Entscheidungen treffen? Und warum scheint eine Kompromissfindung oft unmöglich?
Persönliche Gespräche gehören zu den wirksamsten Formaten für den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Doch wie finde ich die richtigen Ansprechpartner:innen für meine Expertise? Wie gelingt der Einstieg in den Wissenschaftsdialog ohne bestehende Netzwerke? Worauf sollte ich in der Kommunikation mit Akteur:innen aus Politik und Verwaltung achten? Welche dialogorientierten Formate (1:1-Gespräche, Workshops, World-Café-Formate) eignen sich für Forschende? Und wie halte ich den Kontakt nach dem Erstgespräch aufrecht, so dass ein nachhaltiger Austausch entstehen kann?
Mit: Tome Sandevski (Koordinator Mercator Science-Policy-Fellowship-Programm)
Wissenstransfer am FGZ basiert auf Austausch und Dialog – nicht nur mit unseren Zielgruppen, sondern auch zwischen uns als FGZ-Mitgliedern. Mit dieser Session wollen wir deshalb einen vertraulichen Reflexionsraum anbieten, um den institutsübergreifenden Austausch im Bereich des wirkungsorientierten Wissenstransfers zu stärken. Grundlage hierfür sind die gesammelten Erkenntnisse aus der 2026 durchgeführten Pilotphase zur Transferevaluation. In dieser offenbarten sich zahlreiche Potentiale und ein reicher Erfahrungsschatz von Transfermethodiken an den einzelnen FGZ-Standorten, aber auch offene Fragen in der internen Zusammenarbeit. Wie können wir diesen Schatz gemeinsam heben und für alle FGZ-Mitglieder nutzbar machen? Und wie können wir dafür unsere gemeinsamen Arbeitsprozesse noch stärker verzahnen?
Gemeinsam mit Experten für systemische Organisationsberatung wollen wir diese Fragen in den Mittelpunkt eines offenen und konstruktiven Austauschs stellen. Mit der Session möchten wir einen längerfristigen Change-Prozess im Bereich des Wissenstransfers am FGZ starten, der das Zusammenwachsen zu einem Gesamtinstitut weiter vorantreibt.
Die Session richtet sich an Forscher:innen, Transfer- und Kommunikationsverantwortliche an allen Standorten. Sie findet ausschließlich für Mitarbeitende des FGZ und ohne externe Gäste statt. In den 90 Minuten möchten wir die Perspektiven aller Standorte versammeln und miteinander in den Austausch kommen.
Mit: Martin Theis und Ann-Kristin Schlüschen (beide systemische Organisationsberater)
10:30 – 11:00 Kaffeepause
„Willkommen im Jahr 2035 auf der Insel Tarenholm. Die Klimakrise hat zerstörerische Spuren hinterlassen... Nun liegt das Schicksal der Insel in Ihren Händen!“
In diesem Slot laden wir Sie ein, unser neues Escape Game „Debate to Survive“ zu spielen. Das interaktive Format macht die komplexen Herausforderungen demokratischer Entscheidungsfindung emotional erlebbar: Unter enormem Zeitdruck schlüpfen Sie in die Rolle einer fiktiven Regierung und müssen fünf weitreichende Entscheidungen treffen, um Ihren Staat vor Klimafolgen zu retten. Dabei gilt es, die gegensätzlichen Erwartungen von vier Interessengruppen auszubalancieren. Schaffen Sie das nicht, bröckelt der gesellschaftliche Zusammenhalt, Ihre Regierung stürzt und die Insel versinkt im Chaos.
Im Anschluss an das Spielerlebnis folgt eine gemeinsame Auswertung. Wir reflektieren das Erlebte auf einer Meta-Ebene: Wie geht man mit gesellschaftlichen Zielkonflikten um – etwa dem unaufhaltsamen Klimawandel auf der einen und konträren Interessen der Bevölkerung auf der anderen Seite? Wie lassen sich in der Krise unter enormem Zeitdruck demokratisch legitimierte Entscheidungen treffen? Und warum scheint eine Kompromissfindung oft unmöglich?
Gegenstand dieses Policy Labs ist das Qualitative Panel des FGZ. Die dort erhobenen Befragungsdaten und durchgeführten qualitativen Interviews ermöglichen biographische Rekonstruktionen und ein tieferes Verständnis von Vorstellungen des Zusammenhalts.
In der kommenden Erhebungswelle rücken politische Partizipation und politische Orientierungen stärker in den Mittelpunkt der Forschungen. Damit können soziale Lebenslagen, Alltagserfahrungen, Mediennutzung und politische Wahrnehmungen im Zusammenhang betrachtet und auch Entwicklungen sichtbar gemacht werden, die in klassischen Befragungen oder im öffentlichen Diskurs leicht „unter dem Radar“ bleiben.
In den Policy Labs wird jeweils ein laufendes Forschungsprojekt des FGZ vorgestellt und anschließend mit Praktiker:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutiert. Gemeinsam prüfen wir, wo sich Forschungsfragen und Praxisbedarfe überlappen – und wo Forschungsdesigns oder Fragestellungen so angepasst werden könnten, dass sie politisch noch relevanter und handlungsnäher werden.
Mit: Natalie Grimm (Themenfeldkoordinatorin FGZ), Hannah Immler (FGZ Göttingen), Andreas David Schmidt (FGZ Göttingen), Moderation: Heike List (Wissenschaftsmanagerin FGZ)
Dieses Format ist kein Werkstattbericht über Pressearbeit, Social Media oder Newsletter. Stattdessen arbeiten die Teilnehmenden an echten Fällen aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Für 90 Minuten übernehmen sie die journalistische Perspektive. Sie entscheiden unter Zeitdruck, was für sie relevant ist, was in die Überschrift kommt, welche Kernbefunde vorliegen und was gestrichen werden muss. Sie erleben die grundverschiedene Arbeitslogik heutiger Redaktionen, die der Verarbeitung und Rezeption wissenschaftlicher Texte unterliegt: Forschung braucht Differenzierung. Öffentlichkeit braucht Klarheit. Beides gleichzeitig gelingt nicht immer.
Mit: Sarah Lempp, Kristin Voigtländer (Wissenschaftskommunikation FGZ)
Am Beispiel des Friedensgutachtens (und weiteren sozialwissenschaftlichen Publikationen) wird durchgespielt, wie ein wissenschaftliches Produkt den Weg in Ministerien, Fraktionen und die Öffentlichkeit finden kann. Das jährliche Friedensgutachten ist die zentrale politikberatende Publikation der deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstitute mit klaren Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung. Es wird hier als Blueprint für ein erfolgreiches Beratungsformat beleuchtet.
Der Workshop behandelt Stakeholder-Mapping, Zeitplanung entlang politischer Zyklen und passende Kommunikationsformate (vom Hintergrundgespräch über das Fraktionsfrühstück bis zum parlamentarischen Abend). In Gruppen entwickeln die Teilnehmenden kleine Transferpläne für eigene Projekte – von der Idee bis zum Briefing-Termin.
Mit: Yvonne Blum, Laura Friedrich (Peace Research Institute Frankfurt)
12:30 – 13:15 Mittagspause
