Das Unbehagen der Modernisierungsverlierer:innen. Wie Abwertungserfahrungen und symbolische Grenzziehungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden

Sozioökonomische und kulturelle Transitionen, wie Globalisierung und Wertewandel, münden gegenwärtig in eine Polykrise mit ungewissem Ausgang. In der Alltagswahrnehmung der Menschen erzeugt diese Krisenhaftigkeit ein verstärktes Gefühl des Unbehagens an der Moderne, des „Zurückgelassenwerdens“ (Holubek-Schaum et al. 2024) und der „Veränderungserschöpfung“ (Mau et al 2023). Nicht alle Sozialgruppen sind gleichermaßen betroffen. Die Ad-hoc-Gruppe geht der Frage nach, wie relative Deprivation und Abwertungserfahrungen von Modernisierungsverlierer:innen mit Abgrenzungen nach „Unten“, „Außen“ und „Oben“ einhergehen.
Sozioökonomische und kulturelle Transitionen, wie Globalisierung und Wertewandel, münden gegenwärtig in eine Polykrise mit ungewissem Ausgang. In der Alltagswahrnehmung der Menschen erzeugt diese Krisenhaftigkeit ein verstärktes Gefühl des Unbehagens an der Moderne, des „Zurückgelassenwerdens“ (Holubek-Schaum et al. 2024) und der „Veränderungserschöpfung“ (Mau et al 2023). Nicht alle Sozialgruppen sind gleichermaßen betroffen. Es werden zusammenhaltsgefährdende Konflikte zunehmend verunsicherter, zum Teil dem Rechtspopulismus zuneigender Verlierer:innen der Modernisierung gegenüber kosmopolitischen Gewinner:innen ausgemacht (De Wilde et al. 2019). Neuere Ansätze verknüpfen sozioökonomische und kulturelle Ursachen und gehen davon aus, dass relative Deprivation und Abwertungserfahrungen der Modernisierungsverlierer:innen mit Abgrenzungen nach „Unten“, „Außen“ und „Oben“ einhergehen. Dies beruht auf der elitenkritischen Erzählung, Zugewanderten oder Erwerbslosen kämen unverdientermaßen staatliche Ansprüche zu, während die hart arbeitende Mehrheit der Bevölkerung nicht anerkannt werde (Holubek-Schaum et al. 2024, Koevel et al. 2024). Die Ad-hoc-Gruppe will diesen angenommenen generativen Prozess in seiner Komplexität und Größenordnung – von nationalstaatlichen Zusammenhängen über die Mesoebene sozialer Milieus bis zur Logik des individuellen Erlebens – für Deutschland empirisch nachzeichnen.
Ad hoc-Gruppe auf dem Kongress „Transitionen” der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.
Organisation: Tim Schröder (FGZ Bremen), Sebastian Jürss (FGZ Bremen), Andrea Hense (FGZ Göttingen)
Veranstaltungen
- Adresse
- Universität Duisburg, Campus Duisburg, Forsthausweg 2, 47057 Duisburg
- Teilnahme
- Es wird eine Tagungsgebühr erhoben, Anmeldung benötigt.Zur Anmeldung
- Schlagworte
- Demokratie, Konflikt, Polarisierung, Populismus, Ungleichheit
- Themenfeld(er)
- B: Sozioökonomische Status- und Verteilungsordnungen , Gesellschaftliche Spaltungen: Effekte von Status- und Verteilungsordnungen auf Zusammenhalt
- Zielgruppe
- Wissenschaft





