Foyer Forschung: Migration und Menschenrechte. Diskussionsveranstaltung zu einem umstrittenen Thema


Innerhalb des FGZ ist ein heftiger Streit über das Thema entbrannt, wie eng oder weit menschenrechtliche Garantien bei Entscheidungen über die Aufnahme von Geflüchteten ausgelegt werden sollen. Im Hintergrund steht die Kontroverse darüber, in welchem Maß die Handlungsspielräume gewählter Parlamente und Regierungen durch die Fortentwicklung (verfassungs)rechtlicher Standards eingeschränkt werden dürfen. Andererseits erfordert es eine Reaktion, dass Abwehrmaßnahmen gegen Migranten vielfach in rechtsfreien Räumen stattfinden. Eine Diskussionsveranstaltung am 21. Mai soll eine offene Auseinandersetzung ermöglichen, ohne dass erwartet würde, dass sie zu einer Einigung führt.
Kaum ein Thema polarisiert so wie Migration. Selbst in der vielbemühten „Mitte der Gesellschaft“ treibt es die Ansichten auseinander. Für die eine Seite steht der Ruf nach Begrenzung der Asylmigration im Vordergrund, weil zwischen Wirtschafts- und Asylmigration unterschieden werden müsse und die Asylpolitik reale Schwachstellen besitze, die rechtsextremen Parteien Zulauf und womöglich Mehrheiten verschaffe. Die andere Seite lenkt die Aufmerksamkeit auf die extremen Härten, denen Migranten ausgesetzt sind, auf unabweisbare humanitäre Verpflichtungen und auf die Mitverantwortung der reichen Zielländer für Elend, Chaos und Gewalt zumal in den früheren europäischen Kolonien.
Auch innerhalb des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) ist ein heftiger Streit über dieses Thema entbrannt. Er entzündet sich an der Frage, wie eng oder weit menschenrechtliche Garantien bei Entscheidungen über die Aufnahme von Geflüchteten ausgelegt werden sollen. Im Hintergrund steht die Kontroverse darüber, in welchem Maß die Handlungsspielräume gewählter Parlamente und Regierungen durch die Fortentwicklung (verfassungs)rechtlicher Standards eingeschränkt werden dürfen. Andererseits erfordert es eine Reaktion, dass Abwehrmaßnahmen gegen Migranten vielfach in rechtsfreien Räumen stattfinden.
Die geplante Diskussionsveranstaltung soll eine offene Auseinandersetzung ermöglichen, ohne dass erwartet würde, dass sie zu einer Einigung führt. Wo, wenn nicht innerhalb des FGZ sollte das in sachlicher und produktiver Form möglich sein? Um dazu einen Beitrag zu leisten, sind alle Diskutant:innen angehalten, ihre Argumentation von ihrem jeweiligen Standpunkt aus lösungsorientiert zu gestalten: Wie müsste eine humane Migrationspolitik konkret aussehen, die menschenrechtliche Prinzipien, dauerhafte praktische Umsetzbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz miteinander in Einklang zu bringen vermag?
Teilnehmer:innen des Panels:
- Claudia Diehl (Soziologin, Konstanz)
- Stephan Lessenich (Soziologe, FGZ Frankfurt)
- Robert Nestler (Rechtsanwalt, Equal Rights Beyond Borders)
- Matthias Schulze-Böing (Praxisbeirat des FGZ)
- Daniel Thym (Jurist, FGZ Konstanz)
Moderation: Albrecht Koschorke (Literaturwissenschaftler, FGZ Konstanz). Im Anschluss an das Panel wird die Diskussion auch für das Publikum geöffnet werden.
Veranstaltungen
- Address
- Universität Konstanz, Raum Y 311, Universitätsstr. 10, 78464 Konstanz
- Teilnahme
- Eintritt frei. Für die Online-Teilnahme ist eine Voranmeldung unter folgender Adresse erforderlich: hiwi.koschorke@uni-konstanz.de
- Schlagworte
- Demokratie, Konflikt, Migration, Polarisierung, Populismus, Postkolonialismus, Rassismus, Solidarität, Ungleichheit
- Themenfeld(er)
- A: Politik des demokratischen Zusammenhalts , Demokratischer Zusammenhalt: normative und empirische Perspektiven , Reaktionen auf Marginalisierung , D: Kulturelle Dynamiken des Zusammenhalts



