Zweierlei Kontinuitäten. Antisemitismus in der DDR

Anja Thiele  | 2020

Der Beitrag arbeitet heraus, dass sich antisemitische Ressentiments in der DDR aus zweierlei ideologischen Quellen speisten: Zum einen war in der staatstragenden Ideologie des Marxismus-Leninismus eine Nähe zu antisemitischen Denkmustern angelegt, die insbesondere in der verzerrten Faschismus- und Kapitalismusanalyse sowie in dem damit verbundenen antizionistischen Antiimperialismus zum Ausdruck kamen. Diese strukturell antisemitischen Denkfiguren gingen zum anderen einher oder verbanden sich mit nicht aufgearbeiteten, verdrängten und daher fortwirkenden antisemitischen Ressentiments der nachnationalsozialistischen deutschen Gesellschaft.

Date
15.07.2020
Language
German
Discipline
Audience
Open Access

Contributing RISC authors

Work Packages

JEN_F_02
RISC Jena
Relativization, Revisionism, and Recurrence: Rejecting Memories of National Socialism since 1990 and its Consequences for Social Cohesion
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