Soziale Orte in Bulgarien – Erfahrungen einer Exkursion im Rahmen des international vergleichenden Wissenstransfers

Maike Reinhold und Berthold Vogel  | 2024

Armut, Abwanderung, Abstiegsängste – die statistischen Zahlen zur wirtschaftlichen,

demografischen und sozialen Lage in der Region Montana im Nordwesten Bulgariens zeichnen im europäischen Vergleich ein dramatisches Bild. Was aber verrät die Statistik über den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Wie gestalten die Menschen ihren Alltag und welche Erwartungen haben sie an die Zukunft ihrer Region? Was die statistischen Zahlen nicht zum Ausdruck bringen können, ist der lebensweltliche Umgang beziehungsweise die Gestaltung von Transformationsprozessen durch die Menschen vor Ort. Zahlen können die sozialen und affektiven Beziehungen der Gemeinschaften ländlicher Gemeinden nicht abbilden. Um ein facettenreiches Bild von Regionen und den dort lebenden Menschen zu bekommen,

um individuelle Lebensrealitäten ins Verhältnis zu statistischen Werten zu setzen, ist eine aufsuchende Sozialforschung gefragt, wie wir sie am Teilinstitut (TI) Göttingen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) verfolgen. Für eine vergleichende Zusammenhaltsforschung entlang der Stichworte »Soziale Orte« und »gleichwertige Lebensverhältnisse« hat sich das TI Göttingen auf eine Exkursion in den Nordwesten Bulgariens begeben. Dieser Text berichtet von methodischen Zugriffen, gelernten Erkenntnissen, die für die Durchführung eines international vergleichenden Wissenstransfers zu beachten sind, und zeigt, dass Wissenschaft internationale Brücken baut, wenn sie neue Wege geht und wechselseitige

Lernprozesse anstößt.

Date
08.01.2024
Language
German
Series
RISC Series
Audience
Open Access

Work Packages

GÖT_F_02
RISC Göttingen
Who is Responsible for Public Goods? On the Theory and Practice of Social Cohesion
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