Rechtsextremismus zwischen Normalisierung und Konfrontation: Befunde aus Eisenach
Axel Salheiser und Matthias Quent | 2022
Wird Rechtsextremismus in ostdeutschen Sozialräumen thematisiert, ist oftmals von „Raumergreifung“ und von Normalitätsgewinnen die Rede. Diese drücken sich darin aus, „dass sich niemand mehr [oder zu wenige, Anm. der Autoren] besonders aufregt darüber, wenn rechtsextreme Gruppen in diesen Sozialräumen auftreten“ (Heitmeyer 2020: 7) und „ihre soziale Praxis als Normalität legitimiert oder hingenommen wird“ (Grünert/Raabe 2013: 17). Das Phänomen wird als Ausdruck einer geschwächten demokratischen Zivilgesellschaft gedeutet (vgl. Berg/Üblacker 2020: 12f.) – und es verweist auf die lange Kontinuität bzw. das Nachwirken der sogenannten „Baseballschlägerjahre“ (Christian Bangel) als Teil der Lebensrealität in Ostdeutschland.