Populismen (in) der Jugend. Empirische Erkundungen zu einem entgrenzten Politisierungsphänomen

Baris Ertugrul  | 2025

Populismus übt einen erheblichen Einfluss auf politische Verhältnisse und Diskurse aus, derweil – wie Einstellungsforschung belegt – auch auf Jugendliche. Eine unverbundene Forschungslage zu Jugendlichen konzentriert sich dabei monothematisch auf rechte Orientierungen. Dies ignoriert die politische Ambivalenz des Populismus. Ehedem bilden sinnverstehende Zugänge zur alltagsweltlichen Plausibilisierung des Populismus eine Leerstelle, womit die wissenschaftliche Betrachtung für das Jugendalter unterkomplex bleibt. Im Beitrag wird anhand von Gruppeninterviews mit Jugendlichen aus der Mittelschicht exploriert, wie in den Deutungen von Krisen und Konflikten ‚Populismus‘ hervorgebracht wird. Dafür werden qualitativ-vergleichend drei vorläufige Typen der Politisierung – „emanzipatorisch Manichäismusgeneigte“, „unerregte Repräsentationsvertrauende“ sowie „latent-autoritäre Distanzierte“ – rekonstruiert. Die Analysen zeigen zwei differenzierbare Populismen an, was weitergehend dazu ermuntert, sensitiver wie differenzierungsbereiter für populistischen Sinn in der Jugendpolitisierung zu sein.

Publications

Date
06.02.2025
Language
German
Publication Type
Journal article
Sources
Ertugrul, Baris. 2025. Populismen (in) der Jugend. Empirische Erkundungen zu einem entgrenzten Politisierungsphänomen. In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 45(1): 73-89.

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Youth as a Generation of Crisis? Socialization in Conflict and Transformation
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