Ambivalenter Rückzug – Rückzugsorte von Drogennutzenden zwischen Stigmatisierung, Exklusion und Zugehörigkeit
Yann Rees | 2026
Der Beitrag untersucht die Verflechtung von Stigmatisierung, Exklusion und Zugehörigkeit marginalisierter Gruppen mit Fokus auf Rückzugsorte. Auf Basis verschiedener theoretischer Ansätze sowie Auszügen aus Interviews mit Drogennutzenden im Umfeld des Bielefelder Bahnhofs wird diskutiert, wie Stigmatisierung, Exklusion und deren Verräumlichung zusammenwirken. Stigmatisierung erzeugt interpersonale und institutionelle Abwertungen, während Ausgrenzung etwa durch fehlende Infrastruktur, abwertende Zuschreibungen und erlebten Normverlust diese Dynamiken verstärkt. Der daraus resultierende Rückzug an konkrete Orte ist ambivalent: Er schreibt Distanz und geringe gesellschaftliche Teilhabe fest, bietet jedoch zugleich Zugehörigkeit und Gemeinschaft innerhalb der Gruppe. Der Beitrag plädiert dafür, Rückzug nicht bloß als Defizit zu deuten, sondern als sozial eingebettete Praxis, die unter Bedingungen von Marginalisierung Zugehörigkeit ermöglichen kann.
Publications
- Date
- 31.03.2026
- Language
- German
- Publication Type
- Journal article
- Audience
- Multipliers in (political) education (opens in new window), Scientists (opens in new window), Civil society multipliers (opens in new window)
- Sources
- Rees, Yann. 2026. Ambivalenter Rückzug – Rückzugsorte von Drogennutzenden zwischen Stigmatisierung, Exklusion und Zugehörigkeit. Konfliktdynamik 15(1): 18-25.
